Selbstmord
Mutmaßlicher Mörder einer Taxifahrerin
begeht Selbstmord
Untermaßfeld (dpa/th) - Im Gefängnis von Untermaßfeld (Kreis
Schmalkalden-Meiningen) hat der mutmaßliche Mörder einer Meininger
Taxifahrerin Selbstmord begangen. Er sei am Morgen in seiner Einzelzelle
tot aufgefunden worden, teilte das Justizministerium am Mittwoch mit. Der
27-jährige Meininger habe sich an einem Abflussrohr erhängt. Er hatte
gestanden, Mitte Mai die Taxifahrerin mit 18 Messerstichen getötet zu
haben. Der heroinabhängige Mann war gut zwei Wochen nach der Tat
festgenommen worden.
Quelle:
Thüringische Landeszeitung 24.7.2002
Mehr Familiendramen
Motiv Rache. Die Zahl der
Familientragödien sei, wie auch die Zahl der Scheidungen, international
gestiegen, sagt Primarius Reinhard Haller, einst psychiatrischer Gutachter
für Franz Fuchs. Hätten aber früher depressive Täter bei "erweiterten
Selbstmorden" Angehörige "aus Mitgefühl" mit in den Tod genommen, so stünden
jetzt oft "Rache und narzisstische Gekränktheit" im Vordergrund.
Egoistische Motive also. Exakte Daten fehlen. Innenminister Strasser
kündigte an, solche Fälle genauer zu untersuchen.
Quelle:
Kleine Zeitung 24.7.2002
Schütze von Leutschach besaß gültigen
Waffenpass
Leutschach - Johann S., der am Montag
seine Noch-Ehefrau und einen Gendarmen in einem Supermarkt in Leutschach
in der Steiermark erschoss, besaß seine Waffe legal. Er verfügt, wie von
den Sicherheitsbehörden bestätigt wurde, eine Waffenbesitzkarte für seinen
Revolver Taurus 38 spezial. Wie berichtet, hat der 53-jährige Maler am
Montag in einem Supermarkt zweimal auf seine Frau geschossen, die in der
Wurstabteilung beschäftigt war. Die Frau brach tödlich in die Brust
getroffen zusammen. Als Motiv wird angenommen, dass er die bevorstehende
Scheidung nicht verkraften konnte. Ein mit dem Täter befreundeter Gendarm
sagte aus, jener sei bisher völlig unauffällig gewesen - "keiner hat sich
das gedacht". Durch einen Kopfschuss wurde auch ein Gendarmeriebeamter,
der gemeinsam mit einem Kollegen zum Tatort geeilt war, getötet. Die
kugelsichere Weste, die er trug, nützte ihm nichts. Der zweite Beamte
blieb unverletzt. Der Täter wurde durch einen Schuss schwer verletzt und
wurde am Dienstag in der Intensivstation der Grazer Universitätsklinik
behandelt. Er erlitt schwere Verletzungen im Kieferbereich, teilte der
behandelnde Arzt, Primarius Heribert Walch, mit. Dienstagvormittag war die
Lebensgefahr des Patienten, der sich in künstlichem Tiefschlaf befand,
noch nicht gebannt. Er wird noch künstlich beatmet.
Selbstmordtheorie
Ob Johann S. nach der Tat versucht hat, Selbstmord zu begehen, oder durch
die Schüsse des zweiten Beamten schwer verletzt wurde, ist derzeit unklar.
Dieser Beamte feuerte elfmal. Ein Sachverständiger prüft, ob sich Indizien
auf einen Selbstmordversuch erhärten lassen. Es gebe dazu Hinweise,
bestätigte der Untersuchungsrichter Erik Nauta. Schmauchspuren an der Haut
und Teile eines Projektils wurden bei der Notoperation gefunden. Dies
deute auf einen angesetzten Schuss hin. Die Teile jenes Projektils, das in
den Hals des Schützen eindrang, sind laut Nauta "bleihältig". Und nur in
der Munition der von Johann S. benutzten Waffe befindet sich auch Blei.
Das würde bedeuten, dass keiner der elf Schüsse, die der zweite Gendarm
abgefeuert hat, den Täter getroffen hat. Dieser dürfte dagegen noch einmal
nachgeladen haben, ehe es zu dem Feuergefecht mit den beiden Beamten kam.
Quelle:
Der Standard
24.7.2002
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